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Vielfältiges Artenspektrum

Insgesamt konnten 13 verschiedene Fledermausarten nachgewiesen werden

Während der drei Untersuchungsjahre konnten insgesamt 13 Fledermausarten (alle Anhang IV Arten der FFH-Richtlinie, Bechsteinfledermaus und Großes Mausohr zusätzlich auch Anhang II-Art) durch Netzfang nachgewiesen werden:

  • Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)
  • Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus)
  • Brandtfledermaus (Myotis mystacinus)
  • Großes Mausohr (Myotis myotis)
  • Bartfledermaus (Myotis brandtii)
  • Fransenfledermaus (Myotis nattereri)
  • Kleinabendsegler (Nyctalus leisleri)
  • Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii)
  • Braune Langohr (Plecotus auritus)
  • Graue Langohr (Plecotus austriacus)
    (gemäß der Roten Liste Hessens werden als "stark gefährdet" eingestuft)
  •  Abendsegler (Nyctalus noctula)
  • Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)
    (gemäß der Roten Liste Hessens als "gefährdet" eingestuft)
  • Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus)
    (nicht berücksichtigt in der Roten Liste Hessens)

Bundesweit gilt die Bechsteinfledermaus als „stark gefährdet“. Arten der Vorwarnliste sind hier beide Bartfledermausarten, das Große Mausohr und das Braune Langohr. Eine „defizitäre Datenlage“ besteht für den Kleinabendsegler.

Der Erhaltungszustand in Hessen (FENA 2014) wird für die meisten der im Rahmen der vorliegenden Untersuchung nachgewiesenen Arten als „günstig“ eingestuft. Ausnahmen bilden die Brandtfledermaus, der Kleinabendsegler, der Abendsegler, die Mückenfledermaus und das Graue Langohr, für die ein „unzureichender“ Erhaltungszustand besteht. Für die Rauhautfledermaus ist aufgrund der defizitären Datenlage kein Erhaltungszustand in Hessen definiert.

Zu beachten ist, dass die Methodik im Projektgebiet auf den Fang von Bechsteinfledermäusen fokussiert ist. Das abgebildete Artenspektrum entspricht damit nicht dem realen Artenspektrum der untersuchten Wälder, was vielfältiger einzustufen ist.

Um Aussagen zu Koloniestandorten und Gruppengrößen weiterer typischer waldbewohnender Fledermausarten treffen zu können, wurden neben der Bechsteinfledermaus auch Individuen des Braunen Langohrs und der Fransenfledermaus mit einem Sender versehen und ihre Quartierstandorte gesucht. Die drei Arten sind typische Waldbewohner und sich recht ähnlich in Bezug auf Baumhöhlennutzung und Jagdverhalten.

Die Ergebnisse können Hinweise zur Vergesellschaftung, ökologischer Nischendifferenzierung sowie möglicher interspezifischer Konkurrenz liefern und somit die Interpretation der räumlichen Verteilung der Bechsteinfledermauskolonien verbessern.