Einstellungen

Aktueller Projektstand

September 2016

Im Herbst 2015 wurde die zweite Fangsaison abgeschlossen. Die Fledermäuse suchen nach der Paarung ihre Winterquartiere auf und überwinterten bis zum Frühjahr 2016. Es war eine sehr erfolgreiche Saison (vor allem im Vergleich zur Fangsaison im letzten Jahr). Insgesamt wurden innerhalb der beiden Untersuchungsjahre im Freiland mehr als 16 Kilometer Netz mit einer Gesamtnetzfläche von fast 50.000 Quadratmetern an insgesamt 180 Standorten gestellt, so dass 27 Kolonien mit 54 Quartierbäumen gesichert nachgewiesen konnten.

Eine bemerkenswerte Anzahl! wir haben uns über das Ergebnis sehr gefreut und damit die gewünscht gute Datenbasis für die weiteren Projektschritte. 

Über die Wintermonate 2015/2016 wurden die identifizierten Baumhöhlen gesichtet und die Bäume als Habitatbäume ausgewiesen und kartiert. Für jeden Standort wurden die Strukturdaten der Höhlenbaum-Umgebung (Quartierkomplexe) erfasst. Auf dieser Basis konnte mit der aufwändigen Berechnung des Lebensraummodells begonnen werden: Die erfassten Daten wurden mit den vorhandenen Strukturdaten mit einem speziellen statistischen Verfahren (ENFA) analysiert.

Durch einen ergänzenden Antrag wurden die berechneten Ergebnisse im Sommer durch Kontrollfänge auf der Grundlage der Berechnungsergebnisse noch einmal verbessert. Unsere Aussagen zu Lage von möglichen Quartierkomplexen wurde durch diese Fänge bestätigt. Mittlerweile haben wir 33 lokalisierte Wochenstubenkolonien dieser Verantwortungsart lokalisiert.

In der Zwischenzeit arbeiten wir weiterhin an unserem Maßnahmenkonzept und der -umsetzung und führen Umweltbildungsmaßnahmen und Schulprojekte durch.

Außerdem haben wir unsere Wanderausstellung, die bundesweit ausleihbar sein soll, um weitere Informationsmodule ergänzt.

 

 

Zur Interpretation der Kartierungsdaten

„Wochenstubenkolonienachweise von Myotis bechsteinii (Stand September 2015)“:

  • Vor Schlussfolgerungen aus den Kartierungsdaten der Bechsteinfledermaus-Koloniestandorte sind folgende Punkte zu berücksichtigen:
  • Die Bechsteinfledermaus ist eine europarechtlich streng geschützte Art. Deshalb sind die Daten über die Quartierbäume/Koloniestandorte mit der notwendigen Sensibilität zu handhaben.
  • Durch die intensivierte Freilandarbeit seit 2014 sind im Projektgebiet neue Vorkommensnachweise gelungen. Das bedeutet nicht, dass die Bechsteinfledermaus häufiger geworden wäre oder sich ihr Erhaltungszustand verbessert hätte. Sie ist nach wie vor eine Art der Roten Liste, ihr Erhaltungstrend wird als sich verschlechternd bewertet, in Hessen wie auch bundesweit.
  • Die kartierten Quartierbäume sind nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Streifgebiet der jeweiligen Fledermauskolonie, die zwischen verschiedenen weiteren Quartierbäumen der Umgebung wechselt. Diese Bäume sind meist nicht bekannt und deshalb nicht eingezeichnet. Der für die Kolonie notwendige Lebensraum ist also größer als die Einzeichnung in der Karte zunächst vermuten lässt.
  • Die Koloniekartierung kann nicht vollständig sein. Sie ersetzt also nicht die für Waldbewirtschaftung oder Eingriffsplanung im Wald notwendige sorgfältige Bestandserhebung im jeweiligen Einzelfall.