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Sicherung alter Bergwerksstollen

Winterschlaf ist eine mögliche Strategie ansonsten warmblütiger Tieren, die kalte, nahrungsarme Zeit zu überstehen. Deshalb sind alle Fledermäuse der gemäßigten Breiten Winterschläfer: Sie würden mangels Insektennahrung verhungern, wenn sie noch den gleichen Energiebedarf wie im Sommer hätten. Also senken sie ihre Körpertemperatur bis knapp über den Gefrierpunkt und verlangsamen Puls und Atemfrequenz auf ein Minimum. Alle Stoffwechselfunktionen sind gleichsam auf Sparflamme reduziert, damit der Energieverbrauch so gering wird, dass die Fettreserven ohne Nahrungszufuhr bis zum Frühjahr reichen.

Das bedeutet aber auch, dass Fledermäuse verlässliche, störungsfreie Winterquartiere mit konstant hoher Luftfeuchte und gleichmäßiger Temperatur knapp über oder um den Gefrierpunkt brauchen, damit der Gradient zwischen Körper und Umgebung möglichst gering ist. Solche Bedingungen sind am besten in tiefen Felsklüften und alten Bergwerkstollen erfüllt. Gerade im Taunus gibt es noch zahlreiche solche Relikte des aufgegebenen Schieferbergbaus.

Störungen dort können den energieaufwendigen Aufwachvorgang der Tiere einleiten. Wenn dies häufiger passiert, sind ihre Reserven zu schnell verbraucht und sie erleben das Frühjahr nicht mehr. Weil alle unsere Fledermausarten streng geschützt sind, finden Kontrollen der Winterquartiere nur durch fachkundige Personen und möglichst selten statt.

Leider gibt es daneben immer wieder "Abenteurer", die Stollen betreten und sich und die Tiere gefährden. Wo Vernunftappelle nicht helfen, müssen die Quartiere aufwendig gesichert werden, leider eine Daueraufgabe, weil schon eingebaute Gitter oft durch Vandalismus wieder zerstört werden. Da die ehrenamtlichen Fledermausschützer diese kostspielige Aufgabe nicht allein bewältigen können, gibt es im Bechsteinfledermaus-Projekt des Naturparks auch dafür finanzielle Hilfen.