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Wie werden die Quartiere der Fledermaus gefunden?

Zur Lokalisation von Quartierstandorten werden die für die Telemetrie ausgewählten Weibchen der Bechsteinfledermaus, des Braunen Langohrs und der Fransenfledermaus mit einem 0,3 g leichten Minisenderversehen. Das relative Sendergewicht liegt dabei im Mittel bei etwa 5 % ± 0,5 % der Körpermasse der Sendertiere, was als unbedenklich im Verhältnis zum Körpergewicht zu sehen ist. Die übliche Batterielebensdauer beträgt laut Herstellerangaben 21 Tage - meist werfen die Tiere den Sender jedoch nach etwa einer Woche von selbst ab. Die Sender werden mit medizinischem Hautkleber ins vorher leicht auseinander gestrichene Rückenfell der Tiere geklebt.

Die ein Peilsignal aussendenden Minisender werden mit einem Alinco-Weitband-Handempfänger mit 2-Element-Yagi-Antenne gepeilt.

Die von den besenderten Tieren genutzten Quartierbäume werden am Tage nach der Methode des „homing-in on the animal“ lokalisiert und ihre Eigenschaften sowie das Umfeld erfasst. Das heißt, ein Team der Wildbiologen sucht mit Hilfe einer Peilantenne das Signal des Peilsenders und folgt diesem bis zur Baumhöhle, in dem das Tier den Tag verbringt. Mit Hilfe von Ferngläsern und Nachtsichtgeräten können die vom Boden oft schwer sichtbaren Baumhöhlen gefunden und beobachtet werden. Durch die abendlichen Ausflugszählungen werden dann die Gruppengrößen bestimmt. Dabei wird die Höhle von Beginn der Dämmerung an beobachtet und alle ausfliegenden Tiere werden gezählt.
Die mit Hilfe der Telemetrie lokalisierten Quartierbäume der Sendertiere und ihr strukturelles Umfeld werden mit Hilfe eines erprobten Protokollbogens standardisiert aufgenommen. Die Bäume werden mittels eines GPS-Gerätes verortet und projektspezifisch und in Absprache mit dem Waldbesitzer dauerhaft markiert.

Quelle: Institut für Tierökologie und Naturbildung