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Schutz von Höhlenbäumen

Im Lebensraum der Bechsteinfledermaus sind Baumhöhlen das wichtigste Strukturelement in der sommerlichen Aktivitätsphase. Bevorzugt werden verlassene Spechthöhlen besiedelt. Die Wochenstubengemeinschaft der Weibchen braucht in der Fortpflanzungsperiode einen Verbund vieler (meist 30-50) Baumhöhlen in naher räumlicher Nachbarschaft, weil zumindest ein Teil der Gruppe mit ihren Jungtieren alle 2-3 Tage das gemeinsame Höhlenquartier wechselt. Weil die Tiere sich traditionell verhalten, besiedeln sie jedes Jahr nach der Rückkehr aus dem Winterquartier meist denselben Quartierkomplex und geben dieses Verhalten auch an ihre Nachkommen weiter.
Der gesetzliche Schutz der Individuen als auch ihrer Lebensstätten ist im Wesentlichen in § 44 Bundesnaturschutzgesetz formuliert. Danach ist es verboten, "Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören". Das gilt natürlich auch dann, wenn die Baumhöhle während des Winterschlafs der Fledermäuse, der zum Beispiel in alten Stollen oder frostsicheren Felsklüften stattfindet, nicht besiedelt ist.
Die Bechsteinfledermaus ist also auf ein kontinuierliches, räumlich benachbartes Höhlenangebot in ausreichender Zahl angewiesen. Hessen-Forst hat in seiner Geschäftsanweisung für den Artenschutz vorgeschrieben, dass in einem über 100-jährigen Bestand im Durchschnitt mindestens drei sogenannte Habitatbäume pro Hektar zu erhalten sind. Dazu gehören Bäume mit Großvogel-Horsten, aber auch Höhlenbäume.