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Untersuchungsgebiet allgemein

Geografisch:
Das Projektgebiet liegt im hessischen Mittelgebirge „Taunus“ im Südwesten Hessens. Es umfasst den rund 810 km² großen Naturpark Rhein-Taunus, der sich aus Gebietsanteilen des Rheingau-Taunus-Kreises und der Landeshauptstadt Wiesbaden zusammensetzt. Der Landkreis und die Stadt Wiesbaden gehören zu dem Regierungsbezirk Darmstadt. Kern des Naturparkgebietes ist der Höhenzug des Taunus mit seinen naturnahen Wäldern in Höhen von bis knapp über 600 m ü. NN. Im wesentlichen umrahmen den Höhenzug vier Täler: im Norden das Aartal, im Osten die Idsteiner Senke mit Emsbach- und Wörsbachtal, im südlichen Rheingau der Rhein und im Westen das Wispertal.
Ein Herzstück des Naturparks ist der "Hinterlandswald" im Westen des Projektgebietes. Er ist mit rund 220 km² Hessens größtes geschlossenes Waldgebiet ohne Autobahnen oder Bundesstraßen. Markante Städte innerhalb des Projektgebietes sind von Westen nach Osten: Lorch am Rhein, Bad Schwalbach (Kreisstadt), Taunusstein, Idstein und Wiesbaden.
 

Klimatisch:
Klimatisch ist das Projektgebiet sehr vielfältig und reicht von den klimabegünstigten Lagen von Rheingau und Mittelrheintal, die zu den wärmsten Gebieten Deutschlands zählen, bis zu den raueren Hochtaunuslagen. Die Spanne der mittleren Jahrestemperaturen reicht von 9-9,5°C in Rheingau und Mittelrheintal bis ca. 7°C auf den Gipfeln des Hochtaunus. Die selbst in den höheren Lagen vergleichsweise geringen Niederschläge in der Vegetationszeit bei gleichzeitig relativ hohen Temperaturen bedingen eine insgesamt subkontinentale Klimatönung. Ein subatlantischer Klimacharakter wird nur in den Hochlagen der östlichen und nördlichen Teile des Naturparks erreicht.
 

Bewaldungsanteil:
Innerhalb des Projektgebietes liegt dagegen der Bewaldungsanteil mit 63 % (510 km²) weit über dem Kreis- (55 %), Landes- (40,1 %) und Bundesdurchschnitt - der Naturpark Rhein-Taunus ist der waldreichste der 11 Naturparke in Hessen. Zudem ist der hohe Anteil an Buchen- und Eichenwäldern im Landes- und Bundesvergleich hervorzuheben. Rund ein Drittel (29,1 %) der Waldfläche werden von Laub-, 56,4 % von Misch- und 14,5 % der Waldfläche im Naturpark von Nadelwald eingenommen.
Dominierend sind ausgedehnte, sogenannte Hainsimen-Buchenwälder (lat. Luzulo-Fagetum) und teilweise großflächige Bestände mit dominierender Traubeneiche. Viele Wälder sind vertikal reich strukturiert und weisen einen zwei- oder dreischichtigen Bestandsaufbau auf. Dem hohen Eichenanteil entsprechend sind die Wälder trotz des geschlossenen Kronendaches lichtdurchlässig, wodurch sich eine ausgeprägte Krautschicht entwickeln kann. Es handelt sich in der Regel um bewirtschaftete Wälder, die in Teilen aus ehemaligen Niederwäldern entwickelt wurden, was wiederum den hohen Eichenanteil erklärt. Das Mosaik unterschiedlicher Strukturen auf kleiner Fläche ist essentiell für das Vorkommen der Bechsteinfledermaus, die auf kleinsten Raum ihren Nahrungsbedarf decken muss. Das milde Klima im Projektgebiet begünstigt das Vorkommen der thermophilen (wärmeliebenden) Bechsteinfledermaus zusätzlich.